Wie fühlst du dich in deinem Körper? Jetzt und die meiste Zeit? Hast du Freude an und mit deinem Bewegungs-und Empfindungswunderapparat?
Als Babies lernen wir unseren Körper jeden Tag neu kennen, wir erforschen uns selbst und erfreuen uns über die Möglichkeiten uns fort zu bewegen und auszudrücken. Über die Freude schätzen wir den Körper wert. Der Körper freut sich mit uns, er gedeiht und entwickelt sich weiter und weiter.
Als Kleinkinder drücken wir uns über den Körper aus und halten nichts zurück oder fest. So wachsen wir mit einem freien und lebendigen Körpergefühl heran. Im Laufe unserer Sozialisierung kehrt sich das leider oft um. Gesellschaftliche Verhaltensregeln lassen uns glauben, dass nur bestimmte Arten des Ausdrucks angebracht sind. Als Folge beginnen wir bestimmte Empfindungen zu verstecken. Wir weinen nicht mehr, wenn wir uns verletzt fühlen, wir schreien nicht mehr, wenn unsere Grenzen übertreten werden, wir artikulieren nicht mehr, wenn wir uns nach Aufmerksamkeit und Liebe sehnen.
Zu den Verhaltensregeln kommen Bilder dazu, die uns vermitteln, wie unser Körper auszusehen hat. Wir beginnen uns für die Form des Körpers zu schämen, weil sie dem “Idealbild” nicht entspricht. Zu dick, zu dünn, zu große, zu kleine Nase, etc. Der Körper wird als Belastung erfahren. Was am Anfang unseres Lebens ein lebendiger Raum voller überraschender Möglichkeiten war, wird zum engen, starren Korsett.
So wie alles im Leben, ist es auch in der Natur des Körpers sich zu bewegen, Altes loszulassen, um Raum für Neues zu machen. Irgendwann kann der Körper alte aufgestaute Gefühle und Empfindungen nicht mehr unterdrücken und das Fass läuft über. Verschiedenste Symptome brechen aus ihm heraus, ein Weckruf. Oft gehen wir hier noch weiter und bestrafen unseren Körper für die Unannehmlichkeiten, die er uns beschert. Diese Bestrafung und Entwertung macht uns aber weder frei noch glücklich. Doch sobald uns unser Verhalten bewusst wird, können wir beginnen Dinge, die uns nicht gut tun, zu unterlassen und den Fokus stattdessen auf das richten was uns gut tut.
In der verkörperten Aufstellungsarbeit bringen wir Bewusstheit in unseren Körper und unser Verhalten, so erkennen wir sich wiederholende Muster und können uns davon befreien. Die Erfahrungen von Unterdrückung und Missbrauch (durch uns selbst und andere) sind im Körper gespeichert, da wir ihm untersagt haben, seine Bedürfnisse auszudrücken. Da ist Angst und Mangel im Körper, weil er bestraft wurde und ihm gesagt wurde, dass er zu viel oder zu wenig ist.
Wir können uns selbst befreien, indem wir unserem Körper wieder zuhören und ihm erlauben seine Empfindungen auszudrücken und freizulassen. Wenn das Unterdrückte frei wird, kann es sich auflösen und unerfüllte Bedürfnisse können anerkannt und "nachgenährt" werden.